Bundestagskandidatin für Neckar-Zaber 266

Catherine Kern

Liebe Freund*innen,

liebe Interessierte,

ich bin die Bundestagskandidatin für die Bundestagswahl 2017 von Bündnis 90 / Die Grünen für den Wahlkreis Neckar-Zaber 266 und stehe auf Platz 19 der Landesliste. Ich möchte mich daher gerne kurz vorstellen. Ich heiße Catherine Kern, bin 55 Jahre alt und lebe in Öhringen im Hohenlohekreis.

Wer ich bin

Ich habe mich schon immer für Politik interessiert und komme aus einer politischen Familie. Mein Vater war ein überzeugter Sozialist und als Studentin in England habe ich gegen die neo-liberale Politik von Margaret Thatcher demonstriert. In den 90er Jahren habe ich mich in Pliezhausen, meinem früheren Wohnort bei Reutlingen, sehr für die Asylbewerber aus Afrika eingesetzt.

Meine ersten politischen Erfahrungen in Deutschland waren mit den Newropeans, einer pro-europäischen, internationalen Gruppierung, die schon damals einen Trend zur Nationalisierung in der EU prognostizierte. Wir haben es geschafft, für die Europawahl 2004 eine Partei zu gründen, allerdings ohne Erfolg auf Europaebene.

2007 konnte ich endlich die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen, ohne dabei die britische zu verlieren. 2010 rückte ich in den Öhringer Stadtrat nach – zufällig für meine Tochter, nachdem sie für ein FSJ im Ausland ausfiel. Bei der Kommunalwahl 2014 gelang mir die erfolgreiche Wiederwahl als Stadträtin.

Grünes Mitglied wurde ich 2011, damals schwer bewegt durch die Proteste gegen Stuttgart 21. Ich habe mich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt, war häufig bei den Demos in Stuttgart und habe sogar zusammen mit Öhringer Bürgern häufig Schwabenstreiche organisiert. Stuttgart 21 ist noch lange kein abgehaktes Thema, wir müssen jetzt mehr als je zuvor die Bahn und den Bund in die Pflicht nehmen.

2013 wurde ich Kreisvorsitzende der Hohenloher Grünen. Bei der Landtagswahl im März habe ich dann für Hohenlohe kandidiert und mit einem Unterschied von weniger als 1 % zum CDU-Mitbewerber leider den Einzug in den Landtag knapp verpasst. Ich kam auf zuvor unvorstellbare 27,12 %!

Ich bin Mitglied der LAG Migration und der LAG Europa und Ersatzdelegierte im Länderrat.

Bei der LDK im November 2016 wurde ich als EGP Delegierte nominiert und darf den LV Baden-Württemberg von Bündnis 90 / Die Grünen im März 2017 in Liverpool vertreten.

Wofür ich stehe

Politik ist ein Teil meines Lebens – ich habe von der Kommunalpolitik bis auf die europäische Ebene klare Positionen. Ich streite gerne über Flächenverbrauch und Kleinkindbetreuung, über den ÖPNV und die Krankenhausfinanzierung, auf Landesebene über Integrationsarbeit oder Jagdgesetze, auf Bundesebene über unsere geteilte und unsolidarische Krankenversicherung, Milchmengenreduzierung und Energiewende und auf europäischer Ebene über Transaktionssteuer und Glyphosat. Es gibt viele Gründe dafür, politisch aktiv zu werden und sich für Gerechtigkeit und Umweltschutz einzusetzen. Ich bin leidenschaftlich gern unter Menschen und arbeite unermüdlich daran, die Gesellschaft sozial, nachhaltig und weltoffen mit grüner Politik voran zu bringen. Ich würde daher sehr gerne den Wahlkreis Neckar-Zaber im Bundestag vertreten.

Das Brexit-Votum der Briten hat mich als Britin und überzeugte Europäerin schockiert – dies ist ein schwerer Schlag für unsere europäische Gemeinschaft. Der Wahlkampf der EU-Gegner war von populistischen Unwahrheiten und von purem Nationalismus geprägt. Diese nationalistischen Bewegungen finden in ganz Europa Zulauf und wir müssen Ihnen dringend entgegentreten. Die Ankündigung von Theresa May, einen harten Brexit zu machen und Großbritannien als Steueroase außerhalb der EU zu etablieren, kann nicht gut gehen. Großbritannien ist jetzt schon quasi eine Steueroase und wenn die Steuern nochmals gesenkt werden, dann gibt es in Großbritannien keine Solidarität mehr und nur noch eine Privatwirtschaft. Ich war über Neujahr in der alten Heimat. Millionen von Menschen bedienen die neueste Schuldenform: Pay Day Debt. Wenn der Lohn / das Gehalt nicht bis zum Monatsende reicht, nimmt man einen "Lohntageskredit" auf und finanziert damit die restlichen Tage bis zum nächsten Lohn/Gehalt. Zuerst muss der Kredit bedient werden, dann reicht es wieder nicht bis zum nächsten Monatsende und so dreht sich die Spirale immer weiter. Das ist keine gute Politik für ein Land.

Ich weiß, dass europäische Integration unbedingt auch die wirtschaftliche Entwicklung aller Mitgliedsländer erfordert, um Armut, Jugendarbeitslosigkeit und letztendlich auch Nationalismus zu bekämpfen – hier versagt unsere Bundesregierung mit ihrer engstirnigen deutschen Interessenpolitik völlig. Wir müssen endlich europäisch denken und in Europa nicht gegeneinander, sondern zusammen arbeiten. Europa ist in der Krise. Wenige Nationalstaaten haben zu viel Macht in der EU und wenn das so bleibt, wird die EU und ganz klar das Euroland auseinanderfallen. Aus diesem Grund setze ich mich für ein besseres Gleichgewicht in Europa ein.

Wenn ich keine Politik mache, ist Theater meine große Leidenschaft. Ich habe mich als Theater-Pädagogin weitergebildet, mache gelegentlich Projekte mit Senioren und Sonderschülern und spiele in einer kleinen Theatergruppe. Zusammen mit einer handvoll engagierten Menschen und dem örtlichen evangelischen Pfarrer haben wir 2013 einen Asylfreundeskreis gegründet, nach Ankunft der ersten Flüchtlinge in Öhringen. Der Asyslfreundeskreis ist mit vielen Helfern und angebotenen Aktivitäten mittlerweile eine bekannte Institution in und um Öhringen. Integration ist eines meiner Steckenpferde. Ich arbeite an einer besseren Willkommenskultur. Über den Asylfreundeskreis haben wir eine Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Kirchen und der Moschee aufgebaut.