Medienpolitischer Austausch

Heute war ich zu Gast im Stuttgarter Pressehaus bei der Südwestdeutschen Medienholding. Sie führt zahlreiche Verlage und Zeitungen aus Baden-Württemberg, hat aber auch andere Medienunternehmen wie Druckereien unter ihrem Dach. Zu den bekanntesten Publikationen gehören die Stuttgarter Zeitung und die Süddeutsche Zeitung.

Mit dem CEO für regionale Medien, Herbert Dachs, habe ich über die Situation des regionalen Pressemarktes gesprochen, der sich in einer großen Umbruchphase befindet. Gedruckte Zeitungen verlieren seit Jahren an Auflage, digitale Geschäftsmodelle sind noch nicht stark genug, um dies aufzufangen.

Wie Menschen künftig an fundierte und gut recherchierte Informationen kommen, ist eine hochpolitische Frage. Die Corona-Pandemie hat unterstrichen, dass Fake News zu einer Bedrohung für die Demokratie werden können. Wir sind daher weiterhin auf das Handwerk gut ausgebildeter, seriös berichtender Journalist:innen angewiesen.

Für die Politik besteht die schwierige Aufgabe, die Presselandschaft einerseits bei der Transformation zu unterstützen, jedoch andererseits die Staatsferne der Presse nicht zu unterlaufen. Zudem müssen Lösungen auf mehreren Entscheidungsebenen getroffen werden. Teils in Landes- oder Bundeskompetenz, mittlerweile jedoch auch zunehmend auf europäischer Ebene, wenn es beispielsweise um den Einfluss der großen Medienintermediäre wie Google geht.

Ein Ansatz, den wir in Baden-Württemberg vorantreiben wollen, ist das Projekt Zeitung in der Schule (ZISCH). Hierbei erhalten Schulklassen kostenlose Ausgaben einer Tageszeitung. Dadurch fördern wir einerseits Medienkompetenz und Medienbildung und unterstützen zugleich die Verlage.

Bei Herbert Dachs möchte ich mich an dieser Stelle für den angenehmen Austausch bedanken. Er hat mir die Perspektive der regionalen Presseverleger ausführlich und anschaulich dargestellt. Diesen Input nehme ich für meine weitere Arbeit mit.

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