Öffentliche Finanzierung des Rundfunks in Großbritannien in Gefahr

Als gebürtige Britin und als medienpolitische Sprecherin schockieren mich die Nachrichten aus England der letzten Tage besonders. In den kommenden zwei Jahren soll die öffentliche Finanzierung der BBC auf dem aktuellen Stand von etwa 190 Euro pro Jahr bleiben und in den darauf folgenden drei Jahren soll die Finanzierung leicht erhöht werden. 2027 soll sie vollständig eingestellt werden. Das Streichen der öffentlichen Mittel für die BBC wird weitreichende negative Auswirkungen für die Mediengruppe haben.

Aus medien- und europapolitischer Perspektive besorgt mich diese Entwicklung natürlich ebenfalls. Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das leider auch in vielen Mitgliedsstaaten der EU unterwandert wird. Dass Großbritannien nun nach dem Brexit auch noch einen Schritt gehen will, der erhebliche Auswirkungen für qualitativ hochwertige, unabhängige und freie Berichterstattung haben wird, verärgert mich sehr. Nachdem ‚Take back control‘ als Slogan genutzt wurde, um für den Austritt aus der EU zu werben, zeigt sich nun wie die Tories unabhängige und kritische Berichterstattung auch der eigenen Partei gegenüber nicht durch die öffentliche Hand finanzieren lassen wollen. Die Pressefreiheit dient aber eben auch der Kontrolle der Politik und diese Errungenschaft ist ein wichtiges Element unserer Demokratien!

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