"Baden gegen Württemberg"

Der SWR hat anlässlich des 70-jährigen Jubiläums von Baden-Württemberg einen spannenden Dokumentarfilm produziert. Er zeigt die politische Entstehungsgeschichte des Südweststaats und die schweren Lebensumstände der Menschen in der Nachkriegszeit. Ich hatte die großartige Gelegenheit, bei einem Preview des Films im Stuttgarter Haus der Geschichte dabei zu sein. Neben der Filmvorstellung gab es eine spannende Gesprächsrunde zum Thema.

Sehr bewegt hat mich die damalige Situation der Frauen. In der allgemeinen Not der Bevölkerung und der Abwesenheit vieler Männer aufgrund von Kriegsgefangenschaft und Tod mussten sie viele gesellschaftliche Aufgaben allein erfüllen. Von politischer Mitsprache wurden sie jedoch systematisch ausgeschlossen. Zudem waren Frauen in den ersten Nachkriegsjahren schweren Übergriffen von Besatzungssoldaten ausgesetzt.

Der Kontrast der Rollenverteilung wird vor allem am Beispiel des Stuttgarter Frauenfunks deutlich. Während sich ausschließlich Männer den politischen Machtkampf um den Südweststaat lieferten, sendete der Frauenfunk wichtige Hilfestellungen für die Bevölkerung im harten Nachkriegsalltag.

Ein weiterer Aspekt, der für uns heute wieder sehr bedeutungsvoll erscheint, ist die damalige Wohnungsnot und die enorme Zahl von Flüchtlingen. Es galt, hunderttausende und im Laufe der Jahre Millionen Menschen im Südwesten aufzunehmen. In der Not der Nachkriegszeit wurden Einquartierungen von Flüchtlingen einfach verordnet. Jene, die über Zimmer verfügten, wurden verpflichtet, Menschen bei sich aufzunehmen.  

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